Startschuss: Sozialer Wohnungsbau in Bergedorf

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Der Grundstein ist gelegt! Im Stadtteil Neuallermöhe in Bergedorf sollen bis Ende 2023 rund 30 Wohnungen für Menschen mit Behinderung entstehen. In 11 dieser Wohnungen wird die alsterdorf assistenz ost gGmbH Assistenz für Familien anbieten, in denen die Eltern - oder ein Elternteil - eine Behinderung haben.

Träger des neuen Bauprojekts am Wilhelm-Osterhold-Stieg ist die Baugenossenschaft Schlüsselbund eG, die 2010 von über 25 sozialen Trägern, darunter auch die alsterdorf assistenz ost gGmbH, gegründet wurde. Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, bezahlbaren Wohnraum für sozial benachteiligte Menschen, insbesondere für Menschen mit Behinderung, zu schaffen. Ganze 12 Jahre hat es gedauert, bis das erste Projekt starten konnte. Petra Eggert, Vorständin der Genossenschaft und pensionierte Mitarbeiterin der alsterdorf assistenz ost gGmbH, berichtet, dass die Finanzierung des Projektes lange Zeit unklar war. Die Baukosten seien in den vergangenen Jahren so exponentiell gestiegen, dass man mit den Anträgen kaum noch hinterher gekommen sei. Zusätzlich entfiel Anfang des Jahres die KfW55-Förderung. Um Mittel einzuwerben mussten nun die Voraussetzungen für eine KfW40-Förderung erfüllt werden.

Trotz dieser Herausforderungen konnte das Projekt Ende September endlich anlaufen - ein wichtiger Schritt für den extrem angespannten sozialen Wohnungsmarkt in Hamburg. Dennoch scheinen die 30 Wohnungen eher "ein Tropfen auf dem heißen Stein", so Kai Gliesmann (Mitglied Schlüsselbund eG) in einem kürzlich erschienenen NDR-Bericht. Eine weitere Problematik ist, dass soziale Träger wie die Schlüsselbund eG über kein eigenes Kapital verfügen, welches nötig wäre, um auf freie Grundstücke bieten zu können. Somit geht der ohnehin schon niedrige Bestand an Bauflächen eher in die Hand von Großinvestoren als an gemeinnützige Projekte - ein Umstand, dem man nur politisch entgegenwirken kann.

Folglich will der Hamburger Senat mehr städtisch geförderte Bauprojekte umsetzen - für das Jahr 2022 setzte man sich das Ziel, den Bau von 3000 geförderten Wohnungen zu genehmigen. Im ersten Halbjahr 2022 wurden jedoch nur 19 geförderte Neubauwohnungen von der Stadt genehmigt, berichtet der NDR. Die Stadtentwicklungsbehörde begründet dies mit langen Planungs- und Prüfprozessen. Andreas Breitner vom Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen argumentiert darüber hinaus mit "schwierigen Zinsentwicklungen, galoppierenden Baukosten und Lieferengpässen durch den Ukraine Krieg". Dennoch bietet die aktuelle Grundsteinlegung in Bergedorf eine mögliche Blaupause für weitere soziale Baufinanzierungen.

In den 11 Wohnungen der alsterdorf assistenz ost gGmbH werden Familien durch ein ambulantes Assistenzteam unterstützt. Ein vergleichbares Angebot gibt es bereits im Quartier Glasbäserhöfe. Hier bietet die alsterdorf assistenz ost gGmbH individuell auf die Bedürfnisse der Familie abgestimmte Leistungen an. Im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe sowie Eingliederungshilfe stärkt das Team die Kompetenzen der Eltern und unterstützt die Kinder bei ihrer Entwicklung. Der Stadtteil Neuallermöhe, in dem die neuen Wohnungen entstehen, punktet mit vielen Grünflächen, dem naheliegenden See und einer guten Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel.

Wir freuen uns darauf, in rund einem Jahr über den Einzug unserer neuen Klient*innen berichten zu können!


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